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Die Klasse AUT24-2 untersuchte, wie das Autohaus der Zukunft aussehen könnte.

Das Ergebnis: Das Autohaus der Zukunft wird weniger ein klassischer Verkaufsstandort und mehr ein urbaner Mobilitätshub sein – insbesondere in den Innenstädten größerer Städte. Statt großer Fahrzeugausstellungen stehen kompakte Showrooms mit digitalen Konfiguratoren, virtuellen Fahrzeugpräsentationen und flexiblen Beratungsbereichen im Mittelpunkt. Ergänzt wird das Angebot durch Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, Sharing- und Abo-Modelle sowie Serviceleistungen wie Fahrzeugübergaben. Auch die Architektur spielt eine wichtige Rolle: Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und eine moderne Gestaltung prägen die neuen Standorte. Hinzu kommen sogenannte Pop-up-Stores – kleine Ladenflächen, die zeitlich begrenzt zur Präsentation und zum Verkauf von Fahrzeugen genutzt werden.

In Hamburg setzen einige Automobilhersteller dieses Konzept bereits um. Zum Abschluss ihres Projekts besuchte die Klasse drei Standorte in der Nähe des Jungfernstiegs: das NIO House Hamburg, den Polestar Space Hamburg und Cadillac Hamburg. Die drei Innenstadtstandorte zeigen deutlich, wie sich das klassische Autohaus zu einem modernen Markenerlebnis entwickelt.

Besonders auffällig ist die Lage: Anders als die Ausbildungsbetriebe vieler Schülerinnen und Schüler befinden sich diese Standorte inmitten hochwertiger Einkaufsstraßen mit einer sehr hohen Zahl an Passantinnen und Passanten. Die Verkaufsflächen sind vergleichsweise klein und bieten weder Platz für Werkstätten noch für einen klassischen Teilehandel. Wartungs- und Reparaturarbeiten werden deshalb von Partnerwerkstätten im Hamburger Umland übernommen.

Nur schwer als Autohaus zu erkennen: Cadillac Hamburg in der Poststraße (Nähe Jungfernstieg)

nur schwer als Autohaus zu erkennen: Cadillac Hamburg in der Poststraße (Nähe Jungfernstieg)

Der Fahrzeugkauf soll nach dem Wunsch der drei Hersteller zu einem besonderen Erlebnis werden. Die Showrooms ähneln modernen Flagship-Stores, in denen die Marke und ihre Werte im Mittelpunkt stehen. Hochwertige Materialien, ein minimalistisches Design und eine angenehme Atmosphäre sollen die Markenidentität unterstreichen und den Besuch zu einem positiven Erlebnis machen.

Die drei Hersteller setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte: NIO ergänzt seinen Showroom um ein Café, Coworking-Bereiche, Veranstaltungsflächen und Community-Angebote. Polestar verfolgt ein galerieartiges, stark designorientiertes Konzept. Cadillac setzt ebenfalls auf einen kompakten Innenstadt-Showroom mit starkem Markenfokus und integriert ebenfalls ein Café für seine Besucherinnen und Besucher. Wir fragten uns, ob der Autoverkauf oder das Café den im Vordergrund standen.

Die Verbindung von Fahrzeugpräsentation und Aufenthaltsqualität führte in der Klasse zur Diskussion: Wie viel Autohaus steckt noch im Autohaus der Zukunft? Die Exkursion zeigte, dass sich moderne Innenstadtstandorte zunehmend zu „Mobility Experience Centern“ entwickeln – Orten, an denen Mobilität, Beratung, Begegnung und Aufenthalt miteinander verbunden werden. Ob dies auch in der Fläche außerhalb der Innenstädte umzusetzen ist, wird von der Klasse bezweifelt. Wir verfolgen die Entwicklung gespannt.

Klaus Bessert